Katholikentag 2026 - Zwischen Glauben, Politik und Zeitgeist
Auch wenn mir gerade eigentlich überhaupt nicht der Sinn danach steht, muss ich dazu einfach etwas schreiben und mir mal Luft verschaffen. Nicht, weil ich Lust auf die nächste endlose Diskussion habe, sondern weil ich mir später nicht vorwerfen lassen möchte, geschwiegen zu haben. Denn ich finde, gerade als Christ und besonders als Katholik darf man nicht einfach still daneben stehen, während der Glaube immer weiter verwässert wird.
Der Katholikentag in Würzburg der ja noch bis Morgen geht, wirkt auf mich inzwischen leider weniger wie ein Glaubensfest und mehr wie eine große Bühne für Politik, Aktivismus und moderne Ideologien. Statt dass Christus im Mittelpunkt steht, dominieren Themen wie Klima, Gender, gesellschaftliche Trends und politische Selbstinszenierung. Eingeladen werden Politiker, Aktivisten und mediale Dauerredner, von Friedrich Merz bis Luisa Neubauer. Fehlt eigentlich nur noch eine Podiumsdiskussion darüber, ob die Bergpredigt klimaneutral genug formuliert wurde.
Natürlich darf die Kirche gesellschaftliche Themen nicht ignorieren. Aber sie sollte sich dabei nicht selbst verlieren. Wenn man irgendwann mehr über politische Haltungen spricht als über Gott, das Evangelium und die Frage nach Wahrheit, dann läuft etwas gewaltig schief.
Wer einfach nur katholisch bleiben möchte, wirkt inzwischen fast wie das Problem auf der eigenen Veranstaltung.
Und bevor wieder jemand sofort irgendwelche Schubladen aufmacht.
Nein, ich habe nichts gegen homosexuelle Menschen oder gegen Menschen, die anders denken oder leben. Jeder Mensch hat Würde und Respekt verdient. Aber für mich bedeutet Kirche eben nicht, dass man das Wort Gottes jedes Jahr neu an den Zeitgeist anpasst, bis am Ende keiner mehr weiß, wofür der katholische Glaube eigentlich noch steht. Toleranz bedeutet für mich nicht, dass die Kirche ihre eigenen Grundlagen aufgibt, nur um bloß niemanden zu stören.
Die Bibel wird modern ausgelegt, Gott soll bloß niemanden sprachlich verletzen, und auf der Kirchenmeile findet man inzwischen alles mögliche außer klaren katholischen Glauben. Frei nach dem Motto von Pippi Langstrumpf: „Ich mach mir die Welt, wie sie mir gefällt.“ Genau so wirkt es inzwischen leider oft in Teilen der Kirche. Nicht mehr die Lehre soll Orientierung geben, sondern der Zeitgeist entscheidet, was heute noch gelten darf und was lieber umgeschrieben wird. Selbst ein Heavy Metal Gottesdienst gehört mittlerweile ganz selbstverständlich dazu. Man versucht offenbar auf Biegen und Brechen wieder Aufmerksamkeit zu erzeugen, egal um welchen Preis und egal, ob das noch etwas mit echtem Glauben zu tun hat.
Und ja, ich höre jetzt schon wieder die üblichen Kommentare: „Man muss doch mit der Zeit gehen.“ Nein. Muss man nicht. Man muss sich nicht jedem Zeitgeist anbiedern, um relevant zu bleiben. Eigentlich ist es sogar erstaunlich simpel: sich am Evangelium orientieren und an den Geboten festhalten. Das wäre zumindest ein solider Anfang.
Und bevor jetzt wieder jemand die „Hardcore Christ“ Karte zieht: Selbst ich beschäftige mich mit Themen wie Apokryphen oder der Frage nach Reinkarnation im christlichen Kontext. Also wirklich, ich sitze nicht mit Weihwasser und Donnerpredigt im Keller. Aber irgendwann muss man auch ehrlich sagen dürfen, wenn sich etwas einfach falsch entwickelt.
Früher ging man zum Katholikentag wegen des Glaubens. Heute hat man manchmal das Gefühl, wichtiger sind politische Botschaften, medienwirksame Shows und möglichst viel Applaus von außen. Dazu laufen irgendwelche selbsternannten Weltretter durch die Gegend und erklären der Kirche, wie Christentum im Jahr 2026 bitte auszusehen hat.
Man fragt sich langsam ernsthaft, ob die Kirche die Menschen noch zu Gott führen will oder einfach nur jedem gesellschaftlichen Trend hinterherläuft. Wer heute einfach nur katholisch bleiben möchte, wirkt inzwischen fast wie das Problem auf der eigenen Veranstaltung.
Ich bin wirklich ein toleranter Mensch. Aber dieses ganze Schauspiel wirkt auf mich zunehmend wie ein schlecht getarntes Politfestival mit Weihrauch.
Was erwartet uns wohl im Mai 2028 in Paderborn? Ich bin nicht sehr optimistisch, wenn ich die Entwicklungen betrachte.
Vielen Dank für eure Zeit!
Grüße und Gottes Segen,
Udo
Ein falsches, verdrehtes Geschlecht fiel von ihm ab, *Verkrüppelte, die nicht mehr seine Söhne sind.
Ist das euer Dank an den Herrn, *du dummes, verblendetes Volk?
Ist er nicht dein Vater, dein Schöpfer? *Hat er dich nicht geformt und hingestellt?
Denk an die Tage der Vergangenheit, *lerne aus den Jahren der Geschichte.
Frag deinen Vater, er wird es dir erzählen, *frag die Alten, sie werden es dir sagen.
Der Herr nahm sich sein Volk als Anteil